Kurz gesagt: Webflow oder WordPress ist selten die richtige Frage - entscheidend ist, wer die Seite später pflegt und wie oft sich der Inhalt ändert. Astro schlägt beide, sobald Performance und Code-Kontrolle wichtiger sind als ein visueller Editor.
Webflow oder WordPress, oder doch gleich Astro: Diese Frage kommt bei fast jedem Website-Projekt, das bei mir landet. Ich habe beide Wechsel in echten Projekten gemacht: WordPress zu Webflow bei zwei Kundenseiten, und Webflow zu Astro bei meinem eigenen Portfolio. Die Erfahrung zeigt, dass die Wahl selten am “besseren” System hängt, sondern an drei Fragen: Wer pflegt die Seite nach dem Launch, wie oft ändert sich der Inhalt, und wie wichtig ist Ladezeit wirklich.
Drei Migrationen, drei unterschiedliche Gründe
Bei der 1GWG Steyr stand WordPress mit veralteten Plugins und wachsendem Wartungsaufwand im Weg. Bei Beyond Austria ging es um einen klaren E-Commerce-Relaunch mit sauberem Design-System. Bei meinem eigenen Portfolio war der Grund ein anderer: Ich wollte keine monatliche Hosting-Gebühr mehr für eine Seite zahlen, die sich inhaltlich kaum ändert, und maximale Ladegeschwindigkeit ohne Kompromisse.
Von WordPress zu Webflow: weniger Wartung, mehr Kontrolle
Der Relaunch von 1GWG Steyr lief über Webflow, weil WordPress in der Praxis drei wiederkehrende Probleme erzeugt: Plugin-Updates, die das Design brechen, Sicherheitslücken durch veraltete Erweiterungen, und ein Hosting, das man selbst absichern muss. Webflow nimmt diese Last komplett weg. Das CMS läuft gehostet, Updates passieren im Hintergrund, und der visuelle Editor erlaubt Layoutänderungen ohne Entwickler.
Auch bei Beyond Austria war Webflow die richtige Wahl, weil der Kunde selbst Produkttexte und Bilder pflegen wollte, ohne Code anzufassen. Der Nachteil zeigt sich erst später: Webflow bindet dich an die eigene Plattform. Ein Export des kompletten Projekts ist nicht vorgesehen, die Preise steigen mit Traffic und Funktionsumfang, und komplexere CMS-Strukturen (verschachtelte Collections, individuelle Logik) stoßen schnell an Grenzen.
Von Webflow zu Astro: wenn Performance wichtiger wird als Komfort
Mein eigenes Portfolio lief zuerst auf Webflow, weil es schnell ging und gut aussah. Nach einem Jahr habe ich es zu Astro migriert, einem Static-Site-Generator, der HTML zur Build-Zeit erzeugt statt bei jedem Seitenaufruf neu zu rendern. Der Effekt war sofort messbar: Ladezeiten im Bereich weniger hundert Millisekunden statt über einer Sekunde, keine monatliche Plattformgebühr mehr, und voller Zugriff auf den Code.
Der Preis dafür ist Aufwand. Inhaltsänderungen passieren über Git-Commits oder ein angebundenes Headless-CMS, nicht per Drag-and-drop. Für ein Portfolio, das sich selten ändert, ist das kein Problem. Für eine Kundenseite, die der Kunde selbst pflegen soll, wäre Astro ohne zusätzliches CMS die falsche Wahl.


Die richtige Wahl hängt nicht vom System ab, sondern davon, wer nach dem Launch wirklich Hand anlegen muss.
Entscheidungskriterien, die wirklich zählen
Pflege
WordPress braucht laufende Betreuung: Updates, Backups, Sicherheitschecks. Webflow nimmt das ab, dafür zahlst du dafür mit. Astro braucht niemanden für Wartung, aber jemanden mit Code-Kenntnissen für Änderungen.
Kosten
WordPress ist in der Anschaffung günstig, aber die laufende Pflege (oder ein Wartungsvertrag) kostet über die Jahre oft mehr als gedacht. Webflow hat planbare, aber steigende monatliche Kosten. Astro hat nach der Entwicklung kaum laufende Kosten, nur Hosting im Cent-Bereich.
Performance
Static-Sites wie Astro sind technisch kaum zu schlagen, weil fertiges HTML ausgeliefert wird. Webflow liegt im Mittelfeld, WordPress hängt stark von Hosting, Theme und Plugin-Last ab.
CMS-Bedarf
Pflegt jemand ohne Programmierkenntnisse regelmäßig Inhalte, Produkte oder Blogartikel? Dann sind Webflow oder WordPress im Vorteil. Ändert sich der Inhalt selten oder nur durch das Entwicklerteam, spielt Astro seine Stärken aus.
Fazit: Für wen passt was
WordPress passt, wenn bereits ein Ökosystem aus Plugins genutzt wird und jemand die Wartung übernimmt. Webflow passt, wenn der Kunde selbst pflegen will, ohne Entwickler für jede Textänderung zu brauchen, und das Budget für die laufenden Kosten vorhanden ist. Astro passt, wenn Performance und Code-Kontrolle Priorität haben und sich Inhalte selten ändern, etwa bei Portfolios, Landingpages oder technischen Projektseiten. Wer unsicher ist, sollte mit der Frage starten, wer die Seite in einem Jahr pflegt, nicht mit der Frage, welches System gerade gehypt wird. Bei der Webdesign- und Webentwicklungs-Beratung ist genau das der erste Schritt, bevor überhaupt ein System feststeht.
FAQ
Ist Webflow besser als WordPress? Pauschal nicht. Webflow spart Wartungsaufwand und Sicherheitsrisiko, kostet dafür laufend mehr und bindet dich an die Plattform. WordPress ist flexibler und oft günstiger in der Basis, braucht dafür regelmäßige Pflege durch dich oder einen Dienstleister.
Wann lohnt sich Astro statt Webflow? Astro lohnt sich, wenn Ladezeit und Code-Kontrolle wichtiger sind als ein visueller Editor und sich Inhalte selten ändern. Für Portfolios, technische Dokumentationen oder Landingpages mit seltenen Updates ist Astro oft die schnellere und günstigere Lösung.
Wie viel kostet eine Webflow-Website im Vergleich zu WordPress? Webflow hat planbare monatliche Hosting- und CMS-Kosten, die mit Traffic und Funktionsumfang steigen. WordPress ist in der Lizenz kostenlos, verursacht aber laufende Kosten durch Hosting, Plugins und Wartung, die oft unterschätzt werden.
Kann man eine Webflow-Seite später zu Astro migrieren? Ja, allerdings ohne direkten Export. Design und Inhalte müssen neu im Code umgesetzt werden, was bei meinem eigenen Portfolio der Fall war. Der Aufwand lohnt sich vor allem bei performancekritischen oder inhaltlich stabilen Seiten.
Brauche ich für Astro ein CMS? Nicht zwingend. Für statische Inhalte reicht Markdown direkt im Projekt, wie in diesem Blog. Sollen Nicht-Entwickler regelmäßig Inhalte pflegen, lässt sich ein Headless-CMS anbinden, was zusätzlichen Einrichtungsaufwand bedeutet.